Liebe Freunde und Förderer des Pallottihauses in Wien!

 

Bei einem Weihnachtsbrief erwartet man sich normalerweise ein liebliches Bild mit dem Blick hinein in den Stall von Bethlehem: Über der fürstlich gekleideten Hl. Familie schweben Engel, die die Szene nach der Geburt des göttlichen Kindes erhellen und wärmen. Die damals verachteten Hirten sind schon zur Krippe gekommen und im Hintergrund sind vielleicht schon die Weisen aus dem Morgenlande erkennbar, die dem König dieser Welt ihre Reverenz erweisen möchten. Wir alle wissen, dass es sich damals „etwas anders“ zugetragen hat… Es passt daher ein nüchterner Ausschnitt aus dem großen Glasbetonfenster unserer Kirche vorne beim Hochaltar gut dazu, uns mit etwas Fantasie zur weihnachtlichen Botschaft hinzuführen:

Der ausgewählte Ausschnitt gleicht fast einem Kelch, der vom Licht aus der Höhe erfüllt wird: Ja, das Licht der Welt kommt auf uns zu und will unseren Lebensweg immer aufhellen. Auch die Ansicht auf das Netzwerk des Fensters von innen wirkt eher dunkel, da vieles im Leben eben seine Schatten wirft und der Heilsplan nicht immer spürbar ist, der uns eigentlich zugedacht ist.

Im Durchblick ist sogar noch ein Gitter vor einem Fenster zu entdecken: Auch da, „wo Schloss und Riegel für“, soll uns Befreiung und belebendes Durchatmen geschenkt werden.

Bunte Glasfenster erhalten ihre Leuchtkraft vom hellen Hintergrund her und verströmen dann mildes Licht auf den Betrachter: Wir als Christen möchten auch, so gut es geht, bereit sein, die Lichtstrahlen aus dem Himmel aufzunehmen und sie weiterzugeben.

Es mag etwas gewagt sein, mit der Symbolik des großen Glasfensters (das man sonst ja kaum näher betrachtet) einen Bezug zu Weihnachten herzustellen, aber im gottesdienstlichen Feiern wird genau das gegenwärtig, was uns verheißen ist: “Das helle Licht von oben steht doch immer über dem Volk, das im Finstern sitzt“. Es lässt nicht zu, dass dunkle Phasen bei uns selbst oder schreckliches Leid, einmal da und dann dort auf unserer Erde, Oberhand gewinnen gegenüber Gottes Sinngebung und seinem immer gültigem JA zu uns Menschen. Diese weihnachtliche Botschaft möge uns Sicherheit, Geborgenheit und den tiefen inneren Frieden verleihen und uns das ganze Jahr über freudig aufhellen. Das wünschen wir allen in unserer lebendigen Gottesdienst-Gemeinde, im Bildungs- und Gästehaus und den vielen, die fern und nah mit uns verbunden sind.

Ein herzliches Vergelt‘s Gott sagen wir allen, die sich oft schon durch lange Zeit in echt Pallottischer Gesinnung durch ihren Dienst einbringen, uns unterstützen und den weihnachtlichen Geist wie ein leuchtendes Buntglasfenster durchstrahlen lassen.

 

Rückblick und Ausblick:

Neue Akzente für das Pallottihaus ab 2023

 

Im Jahr 1988 kam von Salzburg her P. Alfred Gruber in die Auhofstrasse und er war dankbar, dass sich durch viele Jahre seit dem Jahr 1949 Mitbrüder aus der Gemeinschaft, auch in der Nähe wohnende Weltpriester und engagierte Laien jeweils auf ihre persönliche Art eingebracht haben, Pallottinische Weite zu entfalten. Ein breiter Fächer an religiösen Angeboten in der Kirche und im Bildungshaus wurde gerne angenommen, was später aber immer schwieriger wurde. Nach dem II. Vaticanum (1962 – 1965) gab es hoffnungsfrohe Aufbrüche und Neuansätze in der Kirche, die auch bei uns im liturgischen Feiern, in verschiedenen Formen an Glaubensvertiefungen, Seminaren und Wallfahrten Anklang fanden. In jüngster Zeit ist wiederum wegen allseits bekannter Irritationen innerhalb der Kirche ein gewisser „Sicherheitsabstand“ ihr gegenüber feststellbar und so meinte unsere Provinzleitung, es soll durch personelle Veränderungen und neue Schwerpunkte ein erweitertes Profil erstellt werden, um damit wieder mehr für die Menschen da sein zu können. Es wird daher ein neuer Mitbruder ins Pallottihaus kommen, während P. Gruber nach 35 Jahren ab Mitte Jänner der Kommunität in Salzburg zugehört.

Lorenz Lindner bleibt für den Dienst im Hause und des Dekanates gottseidank erhalten und ist drei Pfarren und weiteren Aufgaben zugeteilt.

Einer sehr wertvollen Stütze unseres Hauses (ob in der Kirche oder Küche und Organisation) Frau Monika Rainer, gilt ein vielfältiger Dank nach dreißig Jahren ehrenamtlichen Einsatzes – sie wird wieder ganz in ihr Heimathaus in Salzburg zurückkehren.

In vielen Rückmeldungen im Laufe der Jahre und besonders in letzter Zeit kam immer wieder zum Ausdruck, dass das Pallottihaus mit seiner gesunden theologischen Ausrichtung vielen Sinnsuchenden zur geistigen und menschlichen Heimat geworden ist, vor allem auch bei traurigen und fröhlichen Anlässen. Sogar von weiter her kommen „Pfarrflüchtige“ sehr bewusst zu uns, um sich in den Gottesdiensten aktiv einzubringen und für den Alltag aufbauende Ermutigung mitzunehmen.

Am Sonntag GAUDETE, dem 11.12.2022, wird die Provinzleitung aus Friedberg bei Augsburg um 10.30 Uhr mit uns einen festlichen Gottesdienst feiern und noch näher erläutern, was mit diesem Wechsel und eventuell neuen Ideen bezweckt werden soll. Die bisherige klare Linie und das gute Miteinander sollen auf jeden Fall weiterhin gepflegt werden und einander dürfen wir danken, wenn wir uns durch das getreue Zusammenhalten gegenseitig in Glauben und Ermutigung beigestanden sind. Wir möchten alle bitten, auch in Zukunft die befreiende Pallottinische Lebenssicht mitzutragen, durch die wir selbst Zuversicht schöpfen und sie anderen ebenso vermitteln wollen.

 

Für alles Wohlwollen und alle Hilfe sagen wir ein herzliches Vergelt`s Gott und wünschen einander den weihnachtlichen Segen, Licht und Kraft!